Wie Führungskräfte sich verhalten, ist entscheidend für das Betriebsklima und den Geschäftserfolg. Als diejenigen, die „vorne“ stehen, ist ein nicht zu unterschätzender Teil ihres Kapitals ihre persönliche Ausstrahlung. Sie hilft ihnen, andere zu überzeugen, zu begeistern und zu motivieren. Mitarbeiter erwarten sich eine authentische Führungspersönlichkeit, die klare und gut durchdachte Vorstellungen hat und diese im Team in einer konstruktiven Weise kommuniziert. Eine fähige Führungskraft kann ihre Mitarbeiter im besten Sinne des Wortes „leiten“, indem sie ihre Kapazitäten erkennt und fördert.

Partnerfirmen und Lieferanten gegenüber soll der Chef oder die Chefin eine kommunikationsstarke Persönlichkeit mit Handschlagqualität sein, die Selbstbewusstsein und Seriosität ausstrahlt. Die Kunden wünschen sich einen kompetenten, Vertrauen erweckenden Ansprechpartner, der sich in ihre Bedürfnisse und Erwartungen hineindenken kann und auf den man sich verlassen kann.

Um diese wichtigen Aufgaben erfüllen zu können, sind neben fundiertem Branchenwissen jede Menge sozialer Kompetenzen gefragt. Daher ist es gerade für Führungskräfte von zentraler Bedeutung, sich auf professioneller Basis mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung auseinander zu setzen. Aber was bedeutet das in der Praxis? Wenn das Budget knapper wird, wird auch – und oft sogar vorrangig – beim Kostenfaktor Weiterbildung gespart.

Persönlichkeitsentwicklung als Luxus?
Oft hört man als Argument: Das ist „grundsätzlich sicher gut, aber momentan nicht vorrangig“. Die Entwicklung der Persönlichkeit, das klinge ja gut und schön, aber auch sehr allgemein. Sollte man „in Zeiten wie diesen“ nicht lieber in ganz konkrete Gesprächs- und Verhaltenstrainings investieren? Solche, die „unmittelbar etwas bringen“? Sicher, praktische Techniken zu kennen ist ein wichtiges Handwerkszeug, um erfolgreich agieren zu können – etwa im Bereich von Verhandlungstechniken, Neukundengewinnung, oder für ein professionelles Konfliktmanagement.

Aber auch die besten „Tipps und Tricks“ können nicht nutzbar gemacht werden, wenn der Anwender mit seiner Persönlichkeit nicht im Reinen ist, wenn er sich über seine Ziele nicht im Klaren ist, wenn er seine Grenzen und seine (vielleicht noch verborgenen) Potenziale nicht kennt und er nicht darum Bescheid weiß, wie ihn andere wahrnehmen.

In einem solchen Fall wirken eintrainiertes Verhalten und Worte aufgesetzt: Das Gegenüber spürt, dass der Mensch das, was er darstellen will, nicht mit Fleisch und Blut verkörpert. Dass er nur eine Rolle spielt: Das, was er vorgibt, fühlt er nicht wahrhaft. Glaubwürdig dagegen ist, wer aus seiner Mitte heraus agiert. Dazu bedarf es der Reflexion der eigenen Stärken und Schwächen mit Hilfe professioneller Rückmeldungen von außen. Dann lassen sich Selbst- und Fremdbild in Einklang bringen und das eigene Verhaltensrepertoire erfolgsträchtig erweitern.