Die Finanzmärkte geraten zunehmend außer Kontrolle. Aktienkurse spielen verrückt. Ein Krisengipfel jagt den nächsten, um einen Zusammenbruch des Geldsystems zu verhindern. Bange Zeiten sind angebrochen. Man könnte meinen, dass die Arbeitslosigkeit aus diesem Grund in lichte Höhen schießt. Allerdings: Das Gegenteil ist der Fall.
Eindeutiger Trend: Überall in Deutschland finden die Menschen neue Jobs
In Deutschland ist es nicht besonders schwer, einen Job zu finden. Der deutsche Arbeitsmarkt präsentiert sich in den letzten Monaten außergewöhnlich krisenfest. Ende November waren in Deutschland 2,7 Millionen Menschen ohne Job, vermeldet die Bundesagentur für Arbeit. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken, egal ob man den Oktober oder den November des Vorjahres 2010 als Vergleichszeitraum heranzieht. Eines zeigt die Statistik auch: Jobs in Köln, München, Hamburg oder Stuttgart sind leichter zu haben, als in Dresden, Zwickau oder Leipzig. Im Westen Deutschlands ist die Zahl der Arbeitslosen stärker gefallen, als im Osten. Der Trend zu einer positiven Entwicklung des Arbeitsmarkts zeigt sich aber in allen Regionen Deutschlands.
Ausblick: Kurze Krise im kalten Winter, dann wird sich die Lage wieder bessern
Von der aktuellen Lage am deutschen Arbeitsmarkt sind sogar Fachleute überrascht. Im Vorfeld wurde ein nur ganz geringer Rückgang oder sogar ein Anstieg der Zahl der Arbeitslosen im November erwartet. Experten zeichnen anhand der neuen Daten nun die Entwicklung der nächsten Monate vor. Für Dezember wird mit einem leichten Anstieg gerechnet. Im Januar und Februar 2012 könnte sogar bei der Gesamtzahl der Jobsuchenden die Marke von 3 Millionen überschritten werden. Dies sei aber auf die Saison zurückzuführen. In den kalten Wintermonaten gibt es traditionell weniger Jobs, als in den wärmeren Jahreszeiten. Im Winter stehen beispielsweise viele Baustellen still. Weil die deutsche Konjunktur, trotz Schuldenkrise in anderen europäischen Ländern brummt, sollte sich die Lage im Frühjahr und Sommer 2012 wieder verbessern. Die Aussichten sind also gut.
Blaue Karte soll Uni-Absolventen aus fremden Ländern zu deutschen Firmen locken
Wie diese Analyse zeigt, ist die Zahl der Jobsuchenden derzeit nicht das größte Problem am deutschen Arbeitsmarkt. Sorgen machen sich viele Firmen, weil sie unter den Bewerbern derzeit kaum gut ausgebildete Fachkräfte finden. Abhilfe soll die sogenannte Blue Card schaffen. Hochgebildete Menschen aus Ländern außerhalb der europäischen Union sollen mit dieser Karte einen Zugang zum Arbeitsmarkt in Deutschland erhalten. Wer die Karte bekommt, muss schon vorab einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Das Jahresgehalt muss mindestens 44.000 Euro betragen. Geplant ist, dass jährlich 3000 bis 4000 solcher Karten vergeben werden.